Panzerflagellat Ceratium

Nicht selten treten in Planktonproben Flagellaten auf, die wie schwimmende Eiffeltürmchen aussehen. Diese gehören der Gattung Ceratium an (altgriechisch „Horn“). Die Zellen sind groß und stark asymmetrisch. Sie werden durch eine gut erkennbare Querfurche in eine obere und untere Hälfte geteilt. Die obere Hälfte ist oft in ein Horn (Apikalhorn), die untere Hälfte in zwei oder mehr Antapikalhörner ausgezogen. Unter der Zelloberfläche befinden sich viele polygonale, ornamentierte Zelluloseplatten. In einer Querfurche befindet sich eine den Zellkörper umgebende Geißel, die ihn um seine Längsachse rotieren lässt und für Vorschub sorgt. In einer Längsfurche befindet sich eine weitere über das hintere Zellende hinausragende Geißel, die jedoch selten lichtmikroskopisch zu erkennen ist.

 

Auf dem Foto sind zwei verschiedene Arten zu sehen: Ceratium hirundinella und Ceratium furcoides. Ceratium furcoides zeigt eine schmale und pfeilförmige Zellform, während der mittlere Zellkörper von Ceratium hirundinella breit und sattelförmig ausgeprägt ist.

 

Diese Gattung umfasst ca. 125 Arten, von denen fünf Arten im Süßwasser vorkommen. Ceratium gehört in der Systematik zu den Dinoflagellaten. Der Name Dinoflagellat leitet sich von dem altgriechischen Wort dinos (= wirbeln) ab und beschreibt ihre charakteristische Schwimmbewegung. Dinoflagellaten können sich mixotroph ernähren, also die Lichtenergie durch Photosynthese verwerten oder organische Stoffe aufnehmen. Dinoflagellaten zeigen im Frühjahr oft eine Massenentwicklung, bilden sogenannte „Algenblüten“, die die Sichttiefe in einem Badegewässer stark beeinträchtigen können.