Ruderfußkrebse (Copepoda) sind ebenfalls Krebstiere, sie sind sowohl im Süßwasser als auch im Salzwasser sehr verbreitet. Ruderfußkrebse haben kein Komplexauge, aber ein teilweise sehr deutlich ausgebildetes Naupliusauge, mit dem sie die Richtung des Lichtes und die Helligkeit erfassen können. Das erste Antennenpaar ist sehr ausgeprägt und bildet lange Schwebefortsätze, die auch mit Tast- und Geruchsorganen versehen sind. Bei den Männchen bilden sich diese Antennen zu Greiforganen aus, mit denen sie die Weibchen zur Paarung greifen können. Die Brustbeine dienen der Fortbewegung, aber auch um Nahrung zur Mundöffnung zu transportieren, wo die Nahrung von Mundwerkzeugen gegriffen und zerkleinert werden kann. Viele Ruderfußkrebse ernähren sich durch Filtrieren von Algen, Bakterien und Partikeln, dabei können sie täglich etwa zwischen 0,5 und 130 ml Wasser filtrieren.
Ruderfußkrebse haben mehrere Entwicklungsstadien, bevor sie sich zu ausgewachsenen Weibchen oder Männchen entwickeln. Aus einem Ei schlüpft zunächst eine Napliuslarve, danach durchlebt ein Ruderfußkrebs durch Häutungen mehrere Jugendstadien (Copepodid-Stadien). Die Naupliuslarven häuten sich mehrmals während sie wachsen und entwickeln sich zu Copepodiden, so nennt man das nächste Larvenstadium, das den erwachsenen Tieren schon relativ ähnlich sieht. Auf der Fotografie ist ein solches zu sehen.
Der Lebenszyklus der Ruderfußkrebse kann sehr unterschiedlich verlaufen. Viele Arten in temperaten Zonen überwintern als Dauereier, schlüpfen jedes Frühjahr, entwickeln sich über den Sommer und sterben im Herbst. Andere Arten überwintern in einem Ruhestadium als juvenile oder adulte Tiere. Viele Arten leben nur für ein oder wenige Monate, einige Arten können durch Ruhestadien bis zu drei Jahre alt werden.